Interview mit dem “Entdecker” des G-Punkts
Der arme Dr. Gräfenberg wird hier durch den Kakao gezogen, kann er doch gar nichts dafür, dass die G-Zone nach ihm benannt wurde. 1950 beschrieb er in einem Artikel eine erogene Zone an der vorderen Vaginalwand, die bis dahin von vielen Sexologen als „taub“ und „nervenlos“ erklärt wurde. 1981 tauften zwei US-amerikanische Sexualforscher in ihren Artikeln über die weibliche Ejakulation diesen Bereich „G-Punkt“, eine Hommage an den 1957 unbeachtet verstorbenen Dr. Gräfenberg.
Die Bartholin-Drüsen, eigentlich die Vorhof-Drüsen, die sich an beiden Seiten der Öffnung der Vagina befinden, wurden nach dem Gynäkologen Bartholin benannt.
Heutzutage wehren sich immer mehr Menschen dagegen, dass weibliche Sexualorgane nach ihren sogenannten „Entdeckern“ oder „Erstbeschreibern“ in der Medizin benannt werden.
Denn was bedeutet schon Erstbeschreiber und in welchem Kontext? Das Kamasutra schreibt im 4. Jahrhundert n. Chr. schon über die G-Fläche und die weibliche Ejakulation, im alten China gibt es sogar Texte, die über 2200 Jahre alt sind.
Der sogenannte G-Punkt wird von immer mehr Menschen G-Zone genannt (es handelt sich hierbei um ein Areal und keinen Knopf) oder auch Göttinnen-Zone.
♥️Es ist an der Zeit, dass wir diese Bereiche des weiblichen Körpers nach ihrer Form und Funktion benennen und uns dadurch ein bisschen Selbstbestimmung zurückholen.
Quellen:
https://www.aerzteblatt.de/archiv/48792/Ernst-Graefenberg-Wer-(er)fand-den-G-Punkt
„Spritzen. Geschichte der weiblichen Ejakulation“ von Stephanie Haerdle